Inhaltsbereich: Jahn-Festveranstaltung in Wien

Festvortrag von Hansgeorg Kling: „Jahns Bedeutung für die Turnbewegung”

Den 230. Geburtstag Friedrich Ludwig Jahns (geb. am 11. August 1778 in Lanz in der Prignitz/Brandenburg) feierte Anfang Juli der Österreichische Turnerbund in Wien mit einer Festveranstaltung. Eingeladen zu dieser Feier war als einziger bundesdeutscher Redner der bis Juni 2008 amtierende Vizepräsident unseres Turnverbandes (HTV), Hansgeorg Kling (Kassel). Der 72-jährige, Vorsitzender der in Freyburg an der Unstrut ansässigen Jahn-Gesellschaft und seit dem Landesturntag 2008 Ehrenmitglied des HTV-Präsidiums, erhielt für sein Hauptreferat „Jahns Bedeutung für die Turnbewegung” von den über 200 Gästen langanhaltenden Beifall.

Hansgeorg Kling spannte in seinem Festvortrag zunächst den Bogen von der Vielseitigkeit körperlicher Betätigung auf der Hasenheide ab 1811 bis zur heutigen Vielfalt des Turnens (Freizeit- und Gesundheitssport, Tanz und Gymnastik, Leistungssport wie Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolin- und Rhönradturnen). Im Hauptteil seines Vortrags setzte er sich mit dem Politik der Jahn'schen Turnbewegung auseinander, die von Beginn an Träger einer früheren Nationalbewegung war und das Ziel verfolgte, die Jugend für den Kampf gegen die napoleonische Besatzung fit zu machen. Das Vaterland Preußen war 1806 bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen worden und konnte sich erst 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig von der französischen Herrschaft befreien. Auch das Sozialrevolutionäre des frühen Turnens unterstrich Kling und verdeutlichte dabei die einheitliche „Leinen-Gleichtracht” der Turner auf der Hasenheide als Zeichen ihres Wirkens über Standesschranken hinweg. Kling schloss mit einer Analyse der „Inszenierung von Turnfesten in Österreich und Deutschland”, die in beiden Staaten einen gleich hohen Stellenwert besitzen. Sie gehen auf den Turnvater zurück.

Volker Hennig

 

Hansgeorg Kling bei seinem Festvortrag im Wiener Spiegelsaal
Hansgeorg Kling bei seinem Festvortrag im Wiener Spiegelsaal