Inhaltsbereich: Trauer in Nordhessen beim Tod von Herbert Bartossek

Ehemaliger Gaukinderturnwart fast 40 Jahre im Ehrenamt

Still und leise nahm er Abschied von dieser Erde. Die nächsten Angehörigen folgten dem Wunsch des Verstorbenen, sein Ableben nicht groß bekannt zu geben. So erfuhren Verein und Turngauvorstand erst mit Verspätung von Herbert Bartosseks Tod. Aber noch rechtzeitig genug, um dem Verstorbenen bei der Trauerfeier in Lohfelden die letzte Ehre zu erweisen. Der große Freund der nordhessischen Turnkids wurde 87 Jahre alt.

Fast 40 Jahren amtierte Bartossek als Kinderturnwart im Turngau Nordhessen. Die sich über fünf Jahrzehnte erstreckende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hatte ihn jung erhalten. Erst mit 76 Jahren überließ er Jüngeren das Amt des Kinderbeauftragten. Beim Gauturntag 1998 ernannten ihn die Dele­gierten einstimmig zum Gauehrenmitglied.

Der in Kassel geborene Bartossek stammte aus einer alten Welheider Turnerfamilie. In die von seinem Urgroßvater gegründete TG Welheiden trat er 1936 als Vierzehnjähriger ein, war hier aktiver Turner und übernahm schon in frühen Jahren turnerische Ämter. Nach Schulbesuch und Berufsausbildung un­terbrach der 2. Weltkrieg sein turnerisches Wirken. Als Flaksoldat in seiner Heimatstadt eingesetzt, musste er mit ansehen, wie seine geliebte Vaterstadt nach schweren Bombenangriffen immer mehr in Trümmern versank. Sofort nach be­endetem Krieg stellte sich Bartossek der Turnerei wieder zur Verfügung. Als Kreiskinderturnwart veran­staltete er 1947 im Turnkreis Melsungen das erste Kreiskinderturnfest in Hessen. Das Amt des nordhessi­schen Gaukinderturnwartes übernahm er im März 1958 und übte es fast vier Jahrzehnte mit gleichblei­bendem Engagement aus. Seine Talente erkannte der Hessische Turnverband schnell. Der HTV berief ihn in den Landeskinderturnausschuss und in den Lehrausschuss für Lizenzausbildung „Tanzen und Tanz­spiele“. Fast 40 Jahre zeichnete „Old Herbie“, wie er von seinen Zöglingen liebevoll genannt wurde, für die Rundenwettkämpfe und Einzelwettkämpfe seines Turngaues verantwortlich. Über drei Jahrzehnten förderte er bei den zweimal im Jahr stattfindenden „Sensenstein-Lehrgängen“ junge Turntalente. Dabei auch Turnschüler, die später beim KSV Hessen und KSV Auedamm in Regionalliga und 2. Bundesliga, in Kassel und anderen Wettkampforten, dank seiner Ausbildung für hohe Turnkultur sorgten.

Mit sportlichen Auszeichnungen wurde Herbert Bartossek überhäuft, seine höchsten turnerischen Eh­rungen sind der Silberner Ehrenbrief des DTB, die Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette und das Ehrenschild des Turngaues Nordhessen.

Nach Ausscheiden aus seinen Ämtern in Verein (FSK Lohfelden), Turngau und HTV zog sich der Mitte Juni Verstorbene aus der Öffentlichkeit zurück und nahm nur noch selten an Veranstaltungen, die er früher mit geprägt hatte, teil. Er bleibt dem Turngau wegen seines unermüdlichen Engagements und seiner beispielgebenden Eignung, Kinder zu prägen, ein großes Vorbild.

Volker Hennig

 

So liebten ihn die Kids: Herbert Bartossek bei einer liebevollen Siegerehrung.
So liebten ihn die Kids: Herbert Bartossek bei einer liebevollen Siegerehrung.