Inhaltsbereich: DTB-Tages special: „Kopfunter macht munter“

Turnideen für Kinder von 4 bis 10 Jahren fanden große Zustimmung

Turnen macht Spaß! Ist der Kopf mal unten wie beim Handstand oder beim Aufschwung oder Purzeln, eröffnen sich für die Kids völlig neue Perspektiven. Kinder lieben diese Herausforderung. Der Weg dorthin ist nicht schwer, lassen sich doch die Basiselemente des Turnens schnell erlernen. Ob nun die Kleinen dick, ob dünn, zappelig oder sehr ruhig, das DTB-Tages special „Kopfunter macht munter“ sollte Aufgabenstellungen und Organisationsformen zeigen, die viel Spaß beim Turnen an den Geräten garantieren und von jedem Übungsleiter umsetzbar sind.

Schon vor einem drei Viertel Jahr hatte Christiane Kloppmann, im Turngau für den Fachbereich Aus- und Fortbildung verantwortlich, das Tages special geordert und Übungsleitern, Trainern, Erziehern und Lehrern angeboten. Die bisher im Turngau abgelaufenen DTB Akademien vor Ort waren immer sehr gut angekommen, kein Wunder, dass die Lehrgangskapazität bald ausgeschöpft war und Spätanmelder auf eine Warteliste gesetzt werden mussten. Mitte November startete in der Hoofer Schauenburghalle, Besuchern des 13. Landesturnfestes in bester Erinnerung, das Spektakel. 28 Übungsleiterinnen und ihre männlichen Pendants, im Kinderturnen in der Regel sehr erfahren (leider hatten sich keine Erzieher oder Lehrer zum Mitmachen bereitgefunden) waren Kloppmanns Einladung gefolgt und lauschten den Eingangsworten des DTB-Referenten Andreas Willi Heuer.

So begann Heuer sein Tages Special mit den Erkenntnissen: Turnen bietet Erfahrungen, Anforderungen und Möglichkeiten, die sonst in keiner anderen Sportart vorzufinden sind. Hervorzuheben sind dabei Bewegungen um alle Körperachsen, der Umgang mit dem Risiko, die Herausforderung durch die Geräte oder neue Übungsteile und ein Krafttraining, das quasi nebenbei passiert. Voraussetzungen für das Bewegen in Kopfunterpositionen wären ausreichende Stützkraft und ein Orientierungsvermögen in der ungewohnten Körperlage.

Schon bei Kleinkindern, so der Referent, kann man durch spielerische Einlagen die Stützkraft in besonderem Maße fördern. So zeigte Heuer Übungen, bei denen die Kleinen gleichzeitig Arm und Bein hebt oder auf zwei Händen und einem Fuß über Bänke, Kastentreppen, Balken oder Parallelbarren krabbelt. „Was ist ein Faultierkönig?“, warf der special-Referent in den Raum. Den Terminus Faultiere kennen zwar die Kids von ermahnenden Worten der Eltern, haben sie aber selten im Zoo gesehen. In der Übungsstunde aber sollen die Kids, wie die Faultiere sich von unten an Geräte, bestens geeignet Balken oder Barren, hängen, vorwärts oder rückwärts hangeln und den Kopf nach oben heben. Wer das am längsten aushält ist Faultierkönig.

Langes Warten in der Kinderübungsstunde an den Geräten erzeugt häufig Frust oder Langeweile. Wartezeiten entstehen im Turnunterricht immer wieder. Die Kinder sollen zwar lernen, das zu akzeptieren und sich geduldig anzustellen. Es gibt viele Möglichkeiten, die Stunde so zu organisieren, dass die Wartezeit nicht unnötig lange wird. Heuer empfahl den Teilnehmern einen Stationsbetrieb, der das wiederholte Üben bereits beherrschter Elemente ermöglicht und zusätzlich über den Einsatz von weiteren Stationen Grundlagenfähigkeiten wie Kraft und Balance schulen. Mit Balanciere, Hangeln oder Stützen an den Zusatzstationen trainieren sie Kraft und Koordination – Kinder mögen herausfordernde Übungen und wiederholen sie gern.

„Gehen wir endlich an die Geräte?“ – eine häufig und ungeduldig gestellte Frage, wenn man mit Kindern in der Turnhalle ist. Geräte haben einen hohen Aufforderungscharakter. Klettern, fliegen, schaukeln, auf dem Kopf stehen – was geht noch? Das Gerätturnen bietet einen ganzen Katalog von Ideen dazu, was man an den Geräten Tolles machen kann. Ist der Kopf mal unten wie beim Handstand, Rolle oder Aufschwung eröffnen sich für die beteiligten Kids völlig neue Perspektiven. In Ermangelung von Kindern in entsprechendem Alter erprobten die Lehrgangsteilnehmer selbst die Übungen und die dazu notwendige Hilfestellungen an Barren, Boden oder Sprunggeräten. Manchem fiel das Kopfunter-Turnen anfangs noch etwas schwer, das gab sich aber im Laufe des Tages specials.

Dann begann der musikalische Teil der Ausbildung. Unter dem Motto „Noch einmal mit Musik“ – über Musikeinsatz und Rhythmik im Kinderturnen erläuterte Andreas Willi Heuer den gespannt lauschenden Teilnehmern. Rhythmikschulung ist ein fester Bestandteil des Kinderturnens. Die Rhythmisierungsfähigkeit gehört zu den koordinative Fähigkeiten, die das Bewegungslernen erleichtern. Durch regelmäßige Rhythmikspiele in den Kinderturnstunden kann ein entscheidender Grundstein für das spätere Sporttreiben gelegt werden. Zudem stellte Heuer Sprechverse, Bewegungslieder sowie Rhythmisches Klatschen vor und gab Musiktipps für die Übungsstunde. Zum Schluss verwies er auf das Kinder- und Gerätturnabzeichen und auf die neuen Bundesjugendspiele.

Wie im Fluge waren die sieben, mitunter doch recht anstrengende Lehrstunden vergangen. Fast alle der Teilnehmer äußerten ihre vollste Zufriedenheit mit dem gebotenen Lehrstoff und der Fähigkeit Heuers, den Stoff interessant zu vermitteln. Unisono erklärten alle Beteiligten, an einem weiteren Angebot „DTB Akademie vor Ort“ wieder teilzunehmen.

Volker Hennig

 

Unter Anleitung des Referenten lernen die Teilnehmer das Rollen
Unter Anleitung des Referenten lernen die Teilnehmer das Rollen

 

Stützen und Rollen
Stützen und Rollen

 

Informationen vom Referenten
Informationen vom Referenten

 

Rolle klappt schon ganz gut
Rolle klappt schon ganz gut