Inhaltsbereich: Kimberly Hepner und Leonie Frank holen Turner-Gold

Glänzende Hessische Mehrkampfmeisterschaften erinnern an Baunataler Landes­turnfest 2008

Baunatal/Schauenburg. Ins Schwärmen geriet der in Kor­bach groß gewordene Erich Kahlhöfer (Kronberg i. Ts.), langjähriger HTV-Vizepräsident Allgemeines Turnen und Leiter der diesjährigen Hessi­schen Mehrkampfmeisterschaften. Die perfekte Organisa­tion, die exzellente Geräteausstattung und liebevolle Betreuung lobte er in der Hoofer Schauenburghalle und Parkstadion mehrfach und verglich die beiden gelungenen Wettkampftage mit den für ihn unvergesslichen Tagen beim XIII. Hessischen Landesturnfest, das im Juni 2008 in Baunatal und Schauenburg ausgetragen wurde. „Wir haben bei Hessischen Mehrkampfmeisterschaften bisher noch nie eine solche Resonanz gefunden, die Rekordteilnehmerzahl von 660 Aktiven macht Mut für die Zukunft“, so Kahlhö­fer.

Ein kleines, aber von den Wettkämpfern durchaus ver­kraftbares Manko, sah der Organisator bei den Jahnwett­kämpfen. Der Baunataler Aquapark hatte darum gebeten, die schwimmerischen Disziplinen bei Jahnneunkampf in die frühen Vormittagsstunden zu verlegen, damit das Schwimm­bad ab den Mittagsstunden wieder für den Publikumsver­kehr nutzbar wäre. Das ist aber, so Kahlhöfer, bei der vorgeschriebenen Reihenfolge des Jahnkampfes unüblich. Starten doch die Kämpfe mit den turnerischen Disziplinen, gefolgt von der Leichtathletik und am Ende Tauchen, Schwimmen und Kunst­springen. Die Jahnkämpfer sahen es gelassen und freuten sich dennoch über die schönen Wettkampfstätten.

Es war schon fast ein kleines Olympia, was an diesen beiden Tagen an sportlichen Disziplinen in Schauenburg und Baunatal angeboten wurde. Da waren die eben schon erwähnten Jahnkämpfer, die alleine drei olympische Dis­ziplinen zu bewältigen hatten. Der Friesenkampf mit Luftgewehrschießen, Kugelstoßen, 1000-m-Lauf, Brust- oder Freistilschwimmen und Degen- bzw. Florettfechten verlangt noch mehr sportliche Vielseitigkeit. Auch schwimmerische und leichtathletische Dreikämpfe gehören seit Turnvater Jahns Tagen ins Programm. Die meisten Anhänger aber fand der Deutsche Sechskampf für die Jugend und Deutsche Achtkampf für die Senioren. Bodenturnen, Pferdsprung. Barren (Stufenbarren), Reck, (Schwebebal­ken), 100-m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen und Schleu­derballwerfen sind bei den Älteren gefragt, bei der Ju­gend gehören Reck/Schwebebalken und Schleuderball nicht zum Programm.

In den fünf Wettkampfstätten, wie die Hoofer Schauenburghalle (Gerätturnen), der Baunataler Aquapark (Schwimmen, Tauchen, Kunstspringen), Parkstadion Bauna­tal (Leichtathletik und Siegerehrungen für alle Wettkämpfe), Stadthalle Baunatal (Schießwettbewerbe) und die Schulturnhalle Elgershausen (Fechtwettbewerbe) konnten zahlreiche Zuschauer die mitunter in der Öffentlichkeit nicht so oft angebotenen Sportarten hautnah erleben.

Neben der Ermittlung der jeweiligen Hessischen Meister ging es in den sechs verschiedenen Wettkampfformen für die Aktiven auch um die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften, die am 18. und 19. September in Berlin stattfinden.

Nordhessische Aktive sorgten bei den Meisterschaften für hocherfreuliche Leistungen. Allen voran die 19-jährige Kimberly Hepner (GSV Eintracht Baunatal) und die elfjährige Leonie Frank (TSG Sandershausen), die beide in überzeugender Manier und klarem Vorsprung sich die Titel holten und in Berlin gute Chancen besitzen dürften. Auch die Jünger des 73-jährigen Fechtmeisters Franz Hirt vom Fechtclub Kassel, Yannic Meyer, Merlin Kothe, Carsten Kraftschek und Leonid Dermitchev, trugen sich ebenso wie Franz Hirt in die Siegerlisten als Hessische Meister ein. Wie nicht anders zu erwarten beherrschte die 40-jährige Carmen Krug (TSV 1891 Oberzwehren) die Konkurrenz beim Schleuderballwerfen und Steinstoßen, der elfjährige Louis Frank (TSG Sandershausen), Bruder von Leonie, wurde Meister im leichtathletischen Dreikampf der Altersklassen 10 und 11.

Viel Beifall fand die 16-jährige Yasmin Hichri (TV Hoof) vor heimischen Publikum in der Schauenburghalle bei ihren Vorträgen an den Geräten. Bei den leichtathletischen Disziplinen hinderte sie eine nicht ausgeheilte Zerrung. Über der sechsten Platz bei starker Konkurrenz freute sie sich sehr. Auch weiteren nordhessischen Vertreterinnen, wie der 15-jährigen Denise Kerkmann (TSG Elgershausen), der 13-jährigern Juliane Schulze (GSV Eintracht Baunatal) oder den neunjährigen Lena Meise (FTSV Heckershausen) und Leonie Spitzer (KSV Auedamm) war die Wettkampffreude bei Turnen und Leichtathletik deutlich anzusehen.

Volker Hennig

 

Hessische Meisterinnen in ihren Altersklassen: Kimberly Hepner und Leonie Frank
Hessische Meisterinnen in ihren Altersklassen: Kimberly Hepner und Leonie Frank

 

Leonie Spitzer
Leonie Spitzer

 

Lena Meise
Lena Meise