Inhaltsbereich: Sensenstein-Freizeit mitten im Oktober

Der Herbst hatte den Kaufunger Wald in ein prächtiges Gewand gehüllt. Gold, rot, braun, gelb oder vergilbtes Grün zeigten die Farben des Herbstes rund um die Jugendbildungsstätte Sensenstein. Aber nicht strahlender Sonnenschein, wie in den vergangenen Jahren, sondern ein unangenehmer, bis zu den Mittagsstunden andauernder Nebel oder nasskalter Nieselregen beeinflusste die Aktivitäten im Freien, wie Wandern, Gelände- oder Orientierungslauf. Dennoch beeindruckte die Mitten in den Herbstferien gelegene Sensenstein-Turnfreizeit die jungen Turnerinnen und Turner. „Das ist viel schöner als mit Mama und Papa bei Regen im Urlaub in so´nem blöden Hotel rumzusitzen“, war der Kommentar einer elfjährigen Schülerin. Allgemeines Kopfnicken als Zustimmung ihrer Turnkameradinnen.

Jedes Jahr zu Beginn der Herbstferien startet der Gaukinder- und Jugendturnausschuss den beliebten „Sensenstein-Herbstlehrgang“. Jahrzehntelang hatte dabei Herbert Bartossek, der das Amt des Gaukin­derturnwartes fast 40 Jahre lang bekleidet hatte, Regie geführt. Mit über 70 Jahren war „Old Herbie“ dann von seinem Posten zurück getreten. Ein Gremium des Jugendturnausschusses hatte anschließend den Herbstlehrgang gesteuert, bis Werner Janke 1999 als damals neuer Gaukinderturnwart für die neu ges­talteten Freizeit verantwortlich zeichnete. Das angebotene Lehrgangsprogramm umfasst das Turnen an Geräten, zudem die ganze Vielfalt des Kinderturnens wie Schwimmen, Tanzen, Wandern, Turnspiele und vor allem ein paar fröhliche und fördernde Tage in Gemeinschaft vieler junger Turnerinnen und Turner.

Nach 12-jähriger Lehrgangsleitertätigkeit zeigt sich der heutige Gauoberturnwart (oder wie es im DTB-Fachdeutsch heißt: „Fachwart Allgemeines Turnen“) von seinen 40 Kids, die aus elf Turnvereinen kamen, sehr angetan. „Die Mädchen und Jungen sind äußerst pfle­geleicht und gehen bei allen Forderungen, Aufgabenstellungen und Anweisungen der Trainerinnen und des einen Trainers bereitwillig mit“, freute sich Janke. Einhelliger Tenor auch bei den fünf Übungsleiterinnen Franziska Bürger, Nadine Pietsch, Rebecca Pavlicek, Jana Jonsson und dem männlichem Pendant Florian Müller sinngemäß: „Die Kids bilden eine ausgesprochen homogene Gemeinschaft wie wir sie bisher nur selten vorgefunden haben!“

Zum Abschluss des Lehrgangs gab es eine zweistündige Abschlussvorführung, bei der die 40 Kids ihren angereisten Eltern, Großeltern und Freunden ihre sportlichen Fortschritte beweisen wollten. Mit leichter Häme verlangten sie von ihren Sensenstein-Ausbildern, zu Beginn der Turnshow, nach Hip-Hop-Musik als Cheerleader aufzutreten. Das taten die Sechs mit ihrem „Sensenstein-Chef“ denn auch und präsentierten sich in grünschwarzem Dress mit „Puschelpinseln“, zur großen Gaudi der rund 100 Familienzuschauer, und gaben einen klaren Beweis ihrer sportlichen Vielfalt. Primäre Aufgabe der Cheerleader ist es ja, bei sportlichen Darbietungen und Wettkämpfen, die eigene Mannschaft anzufeuern und das Publikum zu animieren. Das ist den Sieben, nach den Beifallsbekundungen der Anwesenden, auch wirklich gelungen (Cheerleading vom englischen cheer=Beifall und to lead=führen).

Etwas wehmütig trennten sich die Mädchen und Jungen nach einer imposanten Vorführung und beendeter Show von einander. So einige Freundschaften waren geschlossen worden. Mit berechti­tem Stolz werden die Lehrgangsabsolventen jetzt das neu Erlernte in den Vereinsturnstunden vorführen. Im nächsten Jahr sieht man sich spätestens bei den Runden-, Einzel- oder Mixed-Wettkämpfen wieder. Auch wenn dann viele der neuen Freunde in gegnerischen Mannschaften turnen, sie freuen sich auf ein Wiedersehen.

Volker Hennig

 

Die Cheerleader
Die Cheerleader

 

Vorführungen der Kids
Vorführungen der Kids