Inhaltsbereich: Bei strahlendem Winterwetter zu den Elfbuchen

Turngauvorstand und Fachausschüsse wandern durch den Habichtswald

Fast jedes Jahr entschließen sich die Mitglieder des Turngau-Vorstandes und der Gau-Fachausschüsse zu einer gemeinsamen Wanderung im neuen Jahr. Immer dann, wenn die Neujahrsbegrüßungen oder –empfänge in den Vereinen abgeschlossen sind, aber noch rechtzeitig vor der ab Februar einsetzenden Lehrgangs- und Wettkampfsaison wollen die Damen und Herren mal ordentlich Frischluft tanken, ein paar Pfündchen vom angesetzten Weihnachtsspeck verlieren, sich mit den anderen Mitgliedern austauschen und ein paar gemütliche Stündchen miteinander verleben. Im vergangenen Jahr war das dem Gauvorstand nicht vergönnt, denn riesige Schneeverwehungen rund um den Herkules machten alle Wanderwege unpassierbar.

Das war in diesem Jahr aber anders, Petrus hatte mit seinen Turnerinnen und Turnern ein Einsehen und präsentierte „Kaiserwetter“. Neben dem noch tiefen Schnee und mit Raureif überzuckerten Bäumen machte der strahlende Sonnenschein Lust auf Wandern. Gottlob hatte Gauwanderwart Jürgen Lauer seine Mitwanderer für 10:30 Uhr zum Start auf dem 520 Meter hoch gelegenen Parkplatz hinter dem Herkules bestellt. Eine halbe Stunde später setzte wegen des herrlichen Januarwetters ein Riesenansturm auf die dort liegenden Parkplätze ein und auf der Zufahrt zum beliebten Herkulesdenkmal gab es dann nur noch Stopp-and-Go-Verkehr.

Pünktlich um 10:30 Uhr konnte Lauer rund 20 Wandergäste begrüßen und den Verlauf der heutigen Wanderung erläutern. Auf den recht gut geräumten Wanderwegen verlief die Strecke über den Wurmbergsattel zu den Elfbuchen. In der Gaststätte Elfbuchen sollten Turnerinnen und Turner zu Mittag essen um danach auf dem malerischen Panoramaweg zum Herkules zurückzuwandern.

Über den 496 Meter hoch gelegenen Hühnerberg gelangten die Turngau-Wanderer auf den 485 Meter hohen Wurmberg. Der Wanderführer Lauer erläuterte seinen Schützlingen, dass es bis zu den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine rasante Ski-Abfahrtsstrecke für Abfahrt und Slalom gegeben habe, die dann aber später wegen Aufforstung und der immer schneeärmeren Winter geschlossen werden musste. Eine dreiviertel Stunde später waren alle ohne Blasen oder andere Blessuren am Aussichtsturm und Waldhotel Elfbuchen angelangt. Lauer erklärte, dass bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die 536m hohe Bergkuppe wenig bewaldet war. Lediglich elf Buchen dominierten am Ort und man hatte von dort einen freien, weiten Blick ins Land bis hin zum 30 Kilometer entfernten Meißner, dem König der nordhessischen Bergwelt. Als die Aufforstung anstand, ließ der Verschönerungsverein Kassel einen 15 Meter hohen Aussichtsturm errichten auf den 90 Stufen führen. Mit einem Volksfest und einem Hoch auf den Kaiser wurde der Turm am 18. September 1879 eingeweiht. Heute gibt es auf den Elfbuchen neben dem Restaurant auch ein Vier-Sterne-Hotel. Für die Turngau-Wanderer war das ein willkommener Anlass, die gute Küche in der Mittagspause auszuprobieren.

Das Zitat des römischen Philosophen Seneca „Plenus venter, non studet libenter“ (ein voller Bauch studiert nicht gern) erwies sich nach opulentem Mahl als goldrichtig! Nur mit großer Mühe konnte die Wanderung fortgesetzt werden. Doch nach spätestens 50 Schritten beflügelte der Turnergeist die nordhessischen Jahn-Wanderer. Auch wenn zum Abschluss auf dem vereisten und stark zugeparkten Abstellplatz das Heimfahren schwierig gestaltete, waren sich doch alle einig: „So ein Tag, so wunderschön wie heute, …“.

Volker Hennig

 

Bei Kaiserwetter auf dem Marsch zu den Elfbuchen – Der Vorstand des Turngaues Nordhessen
Bei Kaiserwetter auf dem Marsch zu den Elfbuchen – Der Vorstand des Turngaues Nordhessen