Inhaltsbereich: Juliane Schulze und Leonie Frank bei Deutschen Mehrkampfmeisterschaften bärenstark

Einbeck. Turnvater Jahn hatte seine Jünglinge zu sportlicher Vielseitigkeit erzogen. Neben den turnerischen Disziplinen hatten sich seine Schützlinge im Klettern, Fechten, Schießen, Schwimmen oder Wurfdisziplinen zu bewähren. Der heutige turnerische Mehrkampf setzt diese Tradition fort. Bei Hessischen oder Deutschen Mehrkampfmeisterschaften der Turnerinnen oder Turner ist das Erbe Jahnscher Vielseitigkeit gefragt. So haben die Turner, neben den Disziplinen an den Turngeräten beim Jahn-Wettkampf zu tauchen, kraulen, zudem ist Kunstspringen gefragt. Der Friesen-Fünfkampf geht in seinen Forderungen noch weiter. Da wird Schießen, Schwimmen, Leichtathletik und Degenfechten verlangt.

Zwei junge Turnerinnen des Turngaues Nordhessen, die 15-jährige Juliane Schulze (GSV Eintracht Baunatal) und die 13-jährige Leonie Frank (TSG Sandershausen), hatten sich bei den Hessischen Mehrkampfmeisterschaften für das Einbecker Finale qualifiziert und überraschten mit außergewöhnlichen starken Leistungen im Deutschen Sechskampf. Da erzielte Leonie bei den schwierigen Anforderungen der Kür KM 3 am Sprung 12,15 Punkte und am Boden 11,25. Nur die Kür am Barren mit einem Sturz (8,25) verringerten Leonies Chancen auf eine Topplatzierung. In der Leichtathletik machte sie aber Boden wett und überzeugte mit 10,30 Sek. beim 75-Meterlauf, 5,03 Metern beim Weitsprung und 8,64 Meter mit der 3 Kilo-Kugel. Mit einer Gesamtpunktzahl von 62,68 erkämpfte sie unter Deutschlands Besten noch einen sehr erfreulichen 10. Platz.

Noch erfolgreicher war das Abschneiden von Juliane. 13,25 am Sprung, 11,95 am Stufenbarren und 11,75 am Boden waren schon eine gute Ausgangsposition. Mit tollen 13,95 Sekunden über die 100 Meter, 4,41 Meter im Weitsprung und 11,16 Metern mit der 3-Kilogrammkugel überholte sie viele der starken Konkurrentinnen und gelangte mit 68,77 Zählern auf den famosen fünften Platz.

Volker Hennig

 

Juliane Schulze und Leonie Frank [Quelle: privat]
Juliane Schulze und Leonie Frank [Quelle: privat]