Inhaltsbereich: Aktionsreiches Geschicklichkeitstraining für Kids

Übungsleiterfortbildung Kinderturnen mit Sybille Bierögel

Im vergangenen Jahr hatte Sybille Bierögel bei einer Übungsleiterfortbildung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Turngaues Nordhessen begeistert. Nun wagte Marita Freudenstein, im Turngau Nordhessen für die Aus- und Fortbildung verantwortlich, eine Neuauflage. Sybille Bierögel, freie Referentin, staatlich anerkannte Erzieherin und Autorin von zahlreichen Kinder- und Erlebnis-Turnbüchern, war bereit, eine neue Übungsleiterfortbildung mit dem Thema „Action-reiches Geschicklichkeitstraining für Kids“ zu übernehmen. Schnell nach Bekanntwerden der neuen Fortbildung waren alle Teilnehmerplätze besetzt.

Zu der in der Ahnataler „Sporthalle an der Rasenallee“ in Heckershausen Mitte November gestarteten Fortbildung konnte die Referentin die schon recht erfahrenen Übungsleiter im Kinderturnen, Erzieherinnen und Lehrkräfte begrüßen. Gleich zu Beginn erläuterte Sybille Bierögel den Sinn und Zweck von koordinativen Spielen in Theorie und Praxis. Die Förderung der gesamten Körperkoordination wie Gleichgewichtssinn, Rhythmus-, Orientierungs-, Reaktions- und Differenzierungsfähigkeit sollte bei den Kids viel Spaß und Freude bei den täglichen Bewegungseinheiten, der Förderung von Teamwork, Kommunikation und Kooperation bereiten. „Bei den Kindern wird die Lust und Freude geweckt, sich vielfältig zu bewegen“, so die Dozentin.

Zur Erläuterung des Begriffs „Koordination“ erklärte sie: „Ein vom Gehirn ausgehender Impuls leitet weiter über die Nerven und veranlasst die Muskeln, eine Bewegung auszuführen. Das bedeutet ein intaktes Zusammenspiel des zentralen Nervensystems mit den Muskeln des Bewegungsapparats“.

Die beste Zeit für die Koordinationsförderung von Kindern ist das Alter zwischen sechs und 12 Jahren. In dieser Zeit findet die „Grundlegung“ statt, bevor es in der Pubertät zu einer sogenannten „Umstrukturierung“ (Hormone, Pubertät, Wachstum und weitere) kommt. In den 60er Jahren sprach die Sportwissenschaft noch von der „Gewandtheit“, heute von „Koordination“, die sich in fünf Untergruppen aufgliedert. „Diese Untergruppen sind Gleichgewichtsfähigkeit, Reaktions-, Differenzierungs-, Rhythmus- und Orientierungsfähigkeit, die wir gleich in der Praxis ausprobieren wollen“, so die Referentin.

An und mit Sporthallengeräten startete sie fröhliche und muntere Bewegungsspiele. Bei der Gleichgewichtsfähigkeit musste dabei der Körper nach Bewegungshandlungen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Hahnenkampfspiele, auf einer Bank balancieren oder auf einer Linie gehen waren gefordert. Bei der Reaktionsfähigkeit mussten möglichst schnell motorische Aktionen, wie Staffel-oder Musik-Stopp-Spiele auszuführen. Einen hart oder weich zugeworfenen Ball zu fangen oder auf dem Mini-Trampolin abzufedern war bei der Differenzierungsfähigkeit gefragt. Gefordert war bei der Rhythmusfähigkeit motorische Handlungen in einer gleichmäßig gegliederten Abfolge zu erfassen und auszuüben (Springvarianten mit Seilen, Radschlagen oder Jonglieren). Die Fähigkeit, seinen Körper im Verhältnis zu seiner Umwelt und Zeit richtig einzuschätzen war bei der Orientierungsfähigkeit gefordert.

Dann ging es ins Eingemachte. Teamweise mussten die Teilnehmer, mal mit verbundenen Augen oder gefesselt, mal alleine oder mit Partner einen Hindernis-Parcours überwinden, was allen großen Spaß bereitete. Einhelliger Tenor, der bereits erfahrenen Trainer und Übungsleiter im Kinderturnen: „Das waren erlebnisreiche Stunden mit viel Spaß und Action, verbunden mit einem abwechslungsreichen Geschicklichkeitstraining“.

In ihren Übungsstunden wollen die Übungsleiter und Pädagogen nun schnell umsetzbare Bewegungseinheiten, interessante Bewegungsabläufe und lustige Spiele, sehr zum Wohle der kindlichen Bewegung, einbauen.

Marita Freudenstein war am Schluss des Lehrgangs die Freude über die gelungene und bei allen Teilnehmern sehr gut angekommene Weiterbildung anzusehen.

Volker Hennig

 

Blind durch das Labyrinth
Blind durch das Labyrinth

 

Reaktions- und Orientierungsfähigkeit gefragt
Reaktions- und Orientierungsfähigkeit gefragt